Wärmedämmung
Die Auswahl an Dämmstoffen ist sehr groß, es ist daher oft schwierig, den
für den jeweiligen Einsatzbereich richtigen Dämmstoff auszuwählen. Der
Dämmstoff im Kellerbereich muss zum Beispiel andere Eigenschaften haben als
ein Dämmstoff an der Außenwand oder im Dachbodenbereich. Neben den Kosten
sollten bei der Dämmstoffwahl vor allem folgende Aspekte berücksichtigt
werden:
- Wärmeleitfähigkeit (l = Lambda) und Wärmedurchgangskoeffizient
(U-Wert)
- Dampfdiffusion
- Druckfestigkeit, Belastbarkeit
- Umweltbelastung und Energiebedarf bei der Herstellung,
Wiederverwendung/Entsorgung
Wärmeleitfähigkeit (l in W/mK)
Die eigentliche Funktion des Dämmstoffes, die Wärmeverluste zu
reduzieren, wird mit der Wärmeleitzahl Lambda (l ) beurteilt. Je kleiner der
l -Wert, umso besser die Dämmwirkung. Schlechtere l -Werte können aber durch
höhere Dämmstoffstärken ausgeglichen werden. Die Wärmeleitfähigkeit von
üblichen Dämmmaterialien liegt in der Regel zwischen 0,035 und 0,045 W/mK.
Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert in W/m²K)
Der U-Wert (früher k-Wert) ist ein Maß für die Wärmeverluste durch einen
Bauteil und bezieht neben der Wärmeleitzahl auch die Dicke der
Bauteilschicht ein. Je kleiner der U-Wert, desto besser ist die
Wärmedämmung.
Dampfdiffusion
Die Dampfdiffusion wird durch den µ-Wert (sprich: [mü-Wert] =
Dampfdiffusionswiderstand) beschrieben und mit der Materialstärke des
Bauteils multipliziert. Der so ermittelte Wert sollte von innen nach außen
abnehmen, damit der Transport der Luftfeuchtigkeit nach außen nicht
behindert wird. Ist dies nicht gewährleistet, muss auf der Innenseite eine
Dampfbremse angebracht werden, um das Eindringen der Feuchtigkeit in die
Konstruktion zu bremsen. Feuchtigkeit im Dämmstoff vermindert nämlich in der
Regel die Dämmwirkung und kann Bauschäden hervorrufen.
Dämmstoffe im Vergleich
Grundsätzlich ist es wichtig, dass man gut, d.h. mit entsprechender
Stärke, dämmt. Beim Vergleich von Dämmstoffen kann Folgendes mit einbezogen
werden: Die Umweltbelastungen und der Energieverbrauch bei der
Dämmstoffherstellung sind vor allem bei Zellulose, Schafwolle, Flachs,
Kokosfaser, Kork, und Holzfaserdämmplatten sehr gering. Die relativ größte
Umweltbelastung und den größten Energiebedarf bei der Herstellung verursacht
Polyurethan, gefolgt von Polystyrol (siehe Infoblatt "Baubiologie &
biologische Baustoffe").
Wärmedämmverbundsysteme (Vollwärmeschutz)
Es handelt sich um eine außen aufgeklebte oder gedübelte
Wärmedämmschicht, die dann verputzt wird. Achten Sie auf die Qualität der
verwendeten Materialien und eine sorgfältige Verarbeitung, um eine hohe
Lebensdauer zu gewährleisten.
Neue Dämmtechnologien
Transparente Wärmedämmung (TWD)
Wärmedämmsysteme mit transparenter Wärmedämmung (TWD) ermöglichen einen
Wärmefluss von außen nach innen, indem Sonnenlicht in Wärme umwandelt wird.
Damit kann in diesem Bereich, je nach Ausrichtung, eine über das Jahr
positive Energiebilanz erzielt werden.
Vakuumdämmung
Um eine Verringerung der Dämmstoffdicke bei gleichbleibendem Wärmeschutz
zu erreichen, wird bei der Vakuumdämmung die Luft aus dem Isolationsvolumen
abgepumpt (evakuiert). Dieses Prinzip ist seit langem bei der Thermoskanne
bekannt und wird nun erstmals auch bei der Gebäude-Vakuumdämmung eingesetzt.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Wärmedämmung
:
Kann man zuviel dämmen?
Je nach Dämmstoff kann eine Dämmstärke von bis zu 50 cm notwendig sein,
damit der Energiebedarf für Produktion,
Transport und Entsorgung des Dämmstoffes etwa die Höhe der eingesparten
Energie erreicht. Mit jedem Zentimeter Dämmung steigt natürlich das
Wohlbefinden durch die höheren Oberflächentemperaturen der Innenwände.
Eine wirtschaftlich optimale Dämmstärke liegt bei der
massiven Außenwand derzeit bei 12 cm. Darüber
hinaus ist keine signifikante Einsparung mehr zu erkennen. Zu diesem
Ergebnis kommt eine großangelegte Forschungsarbeit der Hochschule Konstanz
unter Prof. Rolf Neddermann.
Dämmung und Dampfdichte?
Oft werden Dämmmaßnahmen mit dem Argument unterlassen, die "Atmung" der
Wand werde beeinträchtigt. Insgesamt erfolgt aber der Dampfaustausch nur zu
1 bis 3 % über die Gebäudehülle. Der überwiegende Teil des Wasserdampfes
wird durch das Lüften abgeführt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang das
luftdichte Bauen (Dampfbremse sauber verkleben), damit keine Feuchtigkeit in
die Baukonstruktion eindringen kann.
Soll ich die Südwand nicht bzw. weniger dämmen?
Nein! Sowohl aus energetischer als auch aus finanzieller Sicht sind
unterschiedliche Dämmstärken nicht sinnvoll. Solare Gewinne durch die Wand
gibt es (außer bei der transparenten Wärmedämmung) eigentlich nicht, die
Sonne vermindert nur geringfügig die Verluste. Solare Gewinne erzielen Sie
vor allem durch hochwertige Fenster, die bevorzugt auf der Südwand
angeordnet werden sollten und mittels aktiver Systeme wie einer Solaranlage.
Geschoßdecken
Dämmung der obersten Geschoßdecke:
Ein beträchtlicher Teil der eingesetzten Heizenergie geht über die
oberste Geschoßdecke verloren. Zusätzliche Wärmedämmung in diesem Bereich
ist oft eine der preiswertesten Energiesparmaßnahmen. Wenn Sie z.B. eine
bestehende Dachbodendecke mit bisher nur wenigen Zentimetern Dämmung mit
einer zusätzlichen Wärmedämmschicht von 20 bis 30 cm versehen, ergeben sich
Energieeinsparungen von bis zu 100 kWh (entspricht 10 Liter Erdöl) pro m²
und Jahr. Neben der Energieeinsparung wird auch die Behaglichkeit der
darunter liegenden Räume erheblich gesteigert.
Ausgewählte Beispiele von Deckenaufbauten:
Oberste Geschoßdecke
- Begehbare Platten (Brandschutzplatten) auf Holzschalung
- Dampfbremse
- Dämmung (Dämmmatten und/oder lose Dämmung) zwischen Holzkonstruktion,
30 cm
- Dampfbremse
- Montagelattung
- Untersicht (F30)
Aufbau mit Estrich
- Estrich
- Dämmplatten, mind. 25 cm
- Massivdecke
- Untersicht (Innenputz)
Zwischendecke
- Bodenbelag
- Estrich
- Trennschicht
- Trittschalldämmung (biegeweiche Dämmplatten)
- Dämmung
- Tragende Decke
- Untersicht (Innenputz)
Kellerdecke/Fußboden
Fußbodenaufbau mit Estrich
- Bodenbelag
- Estrich (ev. Fußbodenheizung)
- Trennschicht (Folie)
- Wärmedämmplatten 12 - 15 cm
- Kellerdecke
- ev. 6 - 12 cm Dämmung von unten
- Untersicht (Innenputz)
Fußbodenaufbau mit Polsterhölzer
- Bodenbelag
- Blindboden bzw. begehbare Platten
- Dampfbremse
- Dämmung zw. Polsterhölzer, 16 - 20 cm
- Trittschalldämmung
- Kellerdecke
- ev. 6 - 12 cm Dämmung von unten
- Untersicht (Innenputz)
Erdanliegender Boden mit Estrich
- Bodenbelag
- Estrich
- Trennschicht (Folie)
- Trittschalldämmung
- Wärmedämmung, 12 - 15 cm
- Feuchtigkeitsisolierung
- Unterbeton (Fundamentplatte)
- Rollierung
- ev. Dämmung
Decken über Außenluft
Bei Geschoßdecken, die beheizte Wohnräume nach unten gegen die Außenluft
abgrenzen, besteht besonders die Gefahr von Wärmebrücken, wie z.B. bei
Decken über offenen Durchfahrten oder auskragenden Gebäudeteilen. Eine sehr
gute Wärmedämmung (zusätzliche Dämmung von unten) ist daher erforderlich.
Balkon über Wohnraum/Terrassen
Bei Decken, die beheizte Wohnräume nach oben gegen die Außenluft
abgrenzen, ist besonders auf eine wasserundurchlässige Ausführung (wasserabweisende
Bauteilschicht, Verwendung von wasserbeständigem Dämmmaterial und gute
Feuchtigkeitsisolierung) zu achten. Beachten Sie auch die Konstruktionshöhe
in der Planungsphase (eine Absenkung der Decke könnte erforderlich sein).
DÄCHER
Flachdächer
Flachdächer sind besonders hohen Belastungen ausgesetzt, der Aufbau
sollte nur von Fachbetrieben ausgeführt werden. Eine Dampfsperre und hohe
Anforderungen an die Dachabdichtung sind Voraussetzung. Wird das Dach als
Gründach ausgeführt, kann das gerade im städtischen Bereich eine wesentliche
Verbesserung des Kleinklimas bringen.
Dachneubau und -ausbau
Die ausreichende Wärmedämmung nach oben (oberste Geschoßdecke bzw. Dach)
ist sehr wichtig und verbessert die Energiebilanz des Hauses ganz
wesentlich. Ein Dachbodenausbau ermöglicht die Schaffung von zusätzlichem
Wohnraum. Durch kompakte Bauweise und gute Wärmedämmung kann damit auch
Energie gespart und der Wohnkomfort wesentlich verbessert werden.
Wärmedämmung
Achten Sie auf ausreichende Wärmedämmung im Dachbereich. Laut Oö.
Bauordnung beträgt der Mindestwärmeschutz U = 0,25 W/m²K. Dieser Wert sollte
aber bei modernen Niedrigenergiebauten und bei nachträglichem
Dachgeschoßausbau deutlich unterschritten und U-Werte von 0,15 W/m²K
angestrebt werden. Erreicht wird dieser gute Wärmeschutz durch 20 bis 30 cm
Wärmedämmung.
Als Dämmstoffe eignen sich Schüttmaterialien (z.B. Perlite, Zellulose)
und Platten (z.B. Schafwolle, Glas- und Steinwolle, Hanf, Flachs,
Holzweichfaserplatten) gleichermaßen. Daneben ist auf eine ausreichende
Dämmung von Wänden zum unbeheizten Dachraum und zu den sogenannten
Abseitenräumen zu achten.
Feuchtigkeitsschutz & Dichtheit
Richtig ausgeführter Feuchtigkeitsschutz (Schutz vor Kondenswasser und
Schlagregen) ist gerade beim Dachgeschoßausbau sehr wichtig. Damit
Bauschäden vermieden werden, sollten Dachkonstruktionen nach heutigem Stand
der Technik nach außen diffusionsoffen sein und nach innen über eine
Dampfbremse verfügen.
Die Dampfbremse verzögert den Eintritt der Raumluftfeuchte in die
Konstruktion, die diffusionsoffene Unterdachbahn ermöglicht das Entweichen
der in die Dämmschicht eingedrungenen Feuchtigkeit nach außen. Auf eine
Hinterlüftungebene zwischen Dämmung und Unterdach kann dann verzichtet
werden. Sowohl Dampfbremse als auch die äußere Winddichtung müssen
bei Stoßstellen, Anschlüssen und Durchbrüchen luftdicht verklebt werden.
Der Anschluss des Dachaufbaus an die Wand ist wegen möglicher
Undichtheiten eine besonders heikle Zone. Luftdurchlässigkeit hat negative
Auswirkungen auf den Wohnkomfort (es "zieht'" unangenehm) und der
Wärmeschutz wird stark vermindert. Ein weiteres Problem ist, dass die
Luftfeuchtigkeit in der Konstruktion zu kondensieren beginnt, die
Wärmedämmung und der ganze Aufbau werden feucht und Bauschäden sind die
Folge.
Um ein Eindringen von feuchter Luft in die Konstruktion zu verhindern,
ist auf eine sorgfältige Anbringung der Dampfbremse an der Innenseite zu
achten.
Dachkonstruktionen
Vollsparrendämmung ohne Hinterlüftung
Dabei wird an der Außenseite eine diffusionsoffene Folie oder
Platte als Schutz gegen eindringendes Wasser angebracht. Der
Diffusionswiderstand der einzelnen Schichten soll dabei unbedingt von innen
nach außen abnehmen. Dadurch wird einer Durchfeuchtung der Konstruktion
vorgebeugt.
Innen wird eine, an den Stößen verklebte und zu allen Anschlüssen
abgedichtete, Dampfbremse angebracht, um ein Eindringen von Feuchtigkeit in
die Konstruktion zu verhindern. Dieser Aufbau ist heute Stand der Technik
und bietet den Vorteil höherer Dämmstärken.
Möglicher Aufbau:
- Dachlattung und Dacheindeckung
- Konterlattung (Hinterlüftung)
- dampfdurchlässige (diffusionsoffene) Unterdachbahn, winddicht verlegt
- Vollschalung
- Sparren (Zangen) mit Aufdoppelung, dazwischen 26 - 30 cm Dämmung
- Dampfbremse luftdicht verlegt
- Installationsebene
- Innenverkleidung
Aufsparrendämmung
Sollen die Sparren im Raum sichtbar bleiben, wird meist eine
Aufsparrendämmung gewählt.
Möglicher Aufbau:
- Konterlattung (Hinterlüftung)
- Dachlattung und Dacheindeckung
- dampfdurchlässige Unterdachbahn, winddicht verlegt
- 26 - 30 cm Dämmung
- Dampfbremse
- Vollschalung (F30)
- Sichtsparren
Vollsparrendämmung mit Hinterlüftung
Dabei handelt es sich um ein "Kaltdach" mit Durchlüftungsraum zwischen
Wärmedämmschicht und Unterdach. Wurde nach außen eine dampfdichte Bahn (z.B.
Bitumen) angebracht, so ist eine Hinterlüftung von 4 cm unbedingt
erforderlich. Am Dachfirst muss das Austreten der Luft ermöglicht werden und
im Bereich der Mauerbank muss ein Zuluftschlitz mit Insektengitter
vorgesehen werden (frühere Konstruktionsform).
Achten Sie darauf, dass die Hinterlüftungsebene nicht durch
Dachflächenfenster und Gaupen unterbrochen wird. Insgesamt birgt diese
Konstruktion die Gefahr mangelnder Winddichtheit und hohen
Feuchtigkeitseintrages von außen und wird daher vor allem bei bestehenden
Objekten beim Dachgeschoßausbau verwendet. Eine Dampfbremse bzw. Dampfsperre
nach innen, die sehr sorgfältig verlegt werden muss, ist unbedingt
erforderlich.
Außenwände
Grundsätzlich ist bei einem Neubau zu entscheiden, ob eine Massivbauweise
(z.B. Ziegelbau), eine Leichtbauweise (Holzbau) oder eine Kombination
gewählt wird. Im Folgenden einige Beispiele verschiedener
Außenwandkonstruktionen, die auch teilweise bei Gebäudesanierungen zur
Ausführung kommen können:
Massivbau
Einschaliges Mauerwerk
Bestehend aus Baustoffen, die gleichzeitig statische Funktion übernehmen
und dämmen wie z.B. hochporosierte Ziegel, Blähton, Beton, Gasbeton oder
Kalksandstein. Um Niedrigenergiehaus-Standard zu erreichen, ist meist eine
zusätzliche Wärmedämmung ratsam. Vorteile dieser langjährig bewährten
Bauweise: keine Feuchtigkeitsprobleme, ausreichender Schallschutz und
Wärmespeicherung durch hohes Wandgewicht.
Möglicher Aufbau:
- Innenputz
- Hochwärmedämmendes Mauerwerk (38 bis 50 cm)
- Außenputz
Einschaliges Mauerwerk mit Wärmedämmverbundsystem (Vollwärmeschutz)
Bei Außendämmungen wird die gesamte Gebäudehülle durch die Dämmung
erfasst, vorhandene Wärmebrücken (z.B. Deckenkränze, Fensterstürze, Sockel)
werden beseitigt und bestehende Putzschäden überdeckt. Die
Kondensationsgefahr (Schimmelbildung) in den Wohnräumen wird bei
ordnungsgemäßer Verarbeitung stark herabgesetzt. Die äußere Putzschicht
sollte wasserdampfdurchlässig sein, damit anfallende Luftfeuchtigkeit nach
außen abgeleitet wird.
Mögleicher Aufbau:
- Innenputz
- Mauerwerk (20 bis 30 cm)
- Wärmedämmplatten (mind. 12 cm) oder Holzunterkonstruktion mit
Dämmmaterial
- Außenputz
Einschaliges Mauerwerk mit hinterlüfteter Fassade
Hier wird das Dämmmaterial zwischen einer Lattung eingebracht, auch eine
Konterlattung mit einer zweiten Dämmschicht ist möglich und sinnvoll. Die
Hinterlüftung wird mit einer weiteren Lattung sicher gestellt.
Möglicher Aufbau:
- Innenputz
- Mauerwerk (20 bis 30 cm)
- Wärmedämmung zwischen Lattung (mind. 12 cm)
- Winddichte, diffusionsoffene Folie
- Hinterlüftung
- Außenfassade
Zweischaliges Mauerwerk
Die innere Schale übernimmt hier die statische Funktion, die
Vorsatzschale gewährleistet langlebigen Witterungsschutz. Dazwischen sorgt
eine Kerndämmung für Wärmeschutz.
Möglicher Aufbau:
- Innenputz
- Hochlochziegel (25 cm)
- Wärmedämmung (mind. 12 cm)
- Vormauerung (12 cm Ziegel)
- Außenputz
Einschaliges Mauerwerk mit Innendämmung
Eine Innendämmung ist bauphysikalisch ungünstig und sollte nur in
Ausnahmefällen (keine andere Möglichkeit, historische Bauten) bzw. bei
Wochenendhäusern, die rasch aufgeheizt werden sollen, eingesetzt werden. Bei
einer innenliegenden Dämmung besteht die Gefahr von neuen Wärmebrücken an
den Anschlussstellen (Decken, Wände, Böden), die in vielen Fällen auch
Schimmelbildung hervorrufen können. Die Dämmstoffe einer Innendämmung müssen
durch eine Dampfsperre (immer an der inneren Seite der Dämmung) vor
Raumluftfeuchtigkeit geschützt werden. Bei der Verwendung von Wandheizungen
ist eine Innendämmung meist notwendig und auch unproblematisch.
Holzbauweise
Die tragende Konstruktion besteht aus Holz, zwischen den Holzstehern
befindet sich die Wärmedämmung. Besonders zu beachten ist die Winddichtheit
außen (Windbremse) und die Luftdichtheit (gleichzeitig Dampfbremse) innen.
Achten Sie bei den Stößen der Folien darauf, dass sich diese überlappen und
verklebt sind.
Holzriegelbau (bei Fertigteilhäusern)
Zur Vermeidung von Wärmebrücken wird die Wärmedämmung (mind. 20 cm)
zwischen den Holzschalungen in zwei Bahnen waagrecht und senkrecht verlegt.
Möglicher Aufbau:
- Innenverkleidung
- Installationsebene
- Holzbauplatte
- Dampfbremse luftdicht verlegt
- Holzkonstruktion mit Wärmedämmung zwischen den Holzstehern (20 bis 30
cm)
- Holzbauplatte
- Winddichtung
- Hinterlüftung
- Außenfassade
Holzriegelwand mit Vollwärmeschutz
Speziell bei Fertigteilhäusern wird an der Außenseite ein Vollwärmeschutz
angebracht.
Blockwand mit Innendämmung
Bei einer Holzblockwand kann auf eine Dämmung nicht verzichtet werden.
Aus ästhetischen Gründen wird die Dämmung (mind. 10 cm) innen angebracht. Um
Feuchteschäden zu vermeiden, muss eine luftdichte Dampfbremse angebracht
werden.
Fenster und Außentüren
Alte Fenster und Außentüren führen zu hohen Energieverlusten und oft auch
einem unbehaglichen Wohnklima. Bei tiefen Außentemperaturen kühlen die
Scheiben ab (Eisblumen) und entziehen den Wohnräumen einseitig
Wärmestrahlung. Auch bei abgedichteten Fugen sammelt sich an der
Scheibeninnenseite kühle Luft, oft die Ursache unangenehmer
Zuglufterscheinungen im Raum.
Durch die Sanierung oder Erneuerung unzureichender Fenster und Türen mit
energiesparenden Wärmeschutzverglasungen, Rahmenmaterialien und Dichtungen
werden die Energieverluste erheblich verringert, der Schallschutz verbessert
und die Wohnbehaglichkeit erhöht.
Sonneneinstrahlung:
Wärmeabstrahlung :
Wärmeschutz
Standardverglasungen
weisen bereits einen U-Wert von 0,9 bis 1,1 W/m²K auf, Spezialausführungen
können auch einen U-Wert von
0,5 W/m²K erreichen. Beachten Sie beim Fensterkauf, dass der U-Wert des
Rahmenmaterials meist schlechter ist als der Verglasungs-U-Wert. U-Werte von
Fensterrahmen reichen von 1,3 bis 1,6 W/m²K (Standard-Rahmen) bis hin zu 0,7
W/m²K (hochgedämmte Rahmen). Entscheidend ist der U-Wert des gesamten
Fensters (Glas und Rahmen). Neben dem U-Wert ist auch der
Energiedurchlassgrad (g-Wert) der Verglasung entscheidend, dieser Wert
beschreibt, wieviel Licht und damit Sonnenenergie das Glas in den Raum
hineinlässt und sollte über 50 % liegen.
Die Verglasung
Zweischeiben-Isolierglas
Isolierglas gibt es als Zwei- oder Dreischeiben-Isolierglas. Die
Scheiben sind über einen Aluminium-Randverbund miteinander verbunden. Eine
Zweischeiben-Isolierverglasung (Glas-U-Wert 2,9 bis 3,1 W/m²K) ist heute
bereits durch die Wärmeschutzverglasung "überholt" und darf im Neubau nicht
mehr eingesetzt werden.
Zweischeiben-Wärmeschutzglas
Wärmeschutzglas (Glas-U-Wert 0,9 bis 1,6 W/m²K) lässt sich auch in
vorhandene Fensterrahmen einbauen. Die Dämmeigenschaften sind gegenüber
Isolierglas um 50 bis 60 % verbessert. Dafür sorgen eine Edelgasfüllung im
Scheibenzwischenraum, eine dünne, nicht sichtbare Metallbedampfung der
raumseitigen Scheibe im Zwischenraum und der Abstandhalter.
Dreischeiben-Wärmeschutzglas
Diese Glasart bietet mit U-Werten von 0,4 bis 0,7 W/m²K den heute besten
Wärmeschutz unter allen Verglasungsarten. Die Dämmwirkung wird durch die
dritte Scheibe, eine Metallbedampfung auf zwei Scheibenoberflächen und eine
Edelgasfüllung (Argon, Krypton) erreicht. Die Wärmebrückenwirkung des
Edelstahl-Randverbundes wird durch eine Dämmung reduziert.
Rahmenmaterial
Das Rahmenmaterial (15 bis 35 % der Fensteröffnung) ist mitentscheidend
für die Energieeinsparung. Holzrahmen weisen zumeist die besten
Dämmeigenschaften auf. Es gibt sie auch mit einer äußeren
Aluminiumverkleidung als Witterungsschutz. Für Kunststoffrahmen wird
meistens Hart-PVC, aber auch Hart-Polyurethan eingesetzt. PVC ist ein
Endprodukt der Chlorchemie und sollte aus Umweltschutzgründen begrenzt
eingesetzt werden. Bei Metallrahmen (Aluminium, Stahl) hat sich die
Dämmqualität in den letzten Jahren deutlich verbessert, erreicht jedoch
zumeist nicht die Werte von Holz- oder Kunststoffrahmen.
Beschläge und Fensteröffnungsarten
Grundsätzlich gilt, je weniger Funktionen die Beschläge auszuführen
haben, um so höher ist ihre Wartungsfreiheit und die Fugendichtigkeit.
Beschläge gehören auch regelmäßig kontrolliert und neu eingestellt.
Sanierung vorhandener Fenster
Ist die Substanz der vorhandenen Rahmen noch gut, kann sich eine
Sanierung lohnen. Ein kurzer Überblick über die wichtigsten
Sanierungsmöglichkeiten:
Fugendichtigkeit verbessern
Dichtungsmaterialien werden angebracht. Eine dauerhafte, wenn auch
kostenintensive Lösung ist das Einfräsen elastischer Dichtungsbänder
(Lippenprofil) in den Flügelrahmen. Die Haltbarkeit beträgt 5 - 10 Jahre.
Beachten Sie aber, dass bei Räumen mit Feuerstellen gewährleistet sein muss,
dass nach der Fugendichtung noch genügend Verbrennungsluft in die Räume
gelangt.
Wärmeschutzverglasung in bestehende Rahmen
Die vorhandene Verglasung wird durch ein Wärmeschutzglas ausgetauscht.
Die Wärmeverluste über die Scheibe können um bis zu 70% zurückgehen. Die
Kosten liegen etwa 30% niedriger als der Einbau neuer Fenster.
Richtige Fenstermontage
Beim Einbau von Fenstern sind unter anderem aus bauphysikalischen Gründen
zwei Abdichtungsebenen sinnvoll, nämlich
- Eine äußere zur Sicherstellung der Schlagregendichtheit und
- Eine innere, um zu vermeiden, dass feuchte Raumluft bis an die kalten
Anschlussbauteile gelangen kann.
- Achten Sie darauf, dass die Anschlussfugen zwischen Fenster und
angrenzendem Bauwerk gedämmt und winddicht verschlossen sind
- und die Wärmedämmung den Fensterstock mind. 3 cm überlappt
Außentüren
Hauseingangstüren stellen einen Teil der Gebäudehülle dar und müssen
daher neben dem Einbruchs- und Schallschutz auch den Witterungs- und
Wärmeschutz erfüllen. Der bei Türen zu erzielende Wärmeschutz ist weitgehend
vom Material des Rahmens und Blattes, deren Dicke und der Dichtheit der
Anschluss- und Bewegungsfugen abhängig. Bei Türen an windigen Stellen kann
ein Windfang eingeplant oder nachträglich eingebaut werden. Bodendichtungen
(Hohl- und Bürstenprofile) sowie Dichtungsbänder und -leisten bieten auch
nachträglich noch gute Möglichkeiten, die Zugluft zu begrenzen.
Wintergarten
Wintergärten sind der Traum vieler
Häuslebauer. Damit der Traum von "der
grünen Idylle Wintergarten" aber nicht die Energiebilanz Ihres
Niedrigenergiehauses verschlechtert, sollten einige grundsätzliche Hinweise
berücksichtigt werden.
Ein Wintergarten ist ein Pufferraum nach Süden. Scheint im Winter die
Sonne, wird die erwärmte Luft aus dem Wintergarten bewusst für die
Wohnraumbelüftung eingesetzt. Statt Fenster zu öffnen, strömt dann warme
Frischluft aus dem Wintergarten in den Wohnraum. Im Sommer, wenn es im
Wintergarten heiß ist, bleiben die Türen zum Haus geschlossen und die Wärme
wird im Wintergarten weggelüftet. So kann ein richtig geplanter und
genutzter Wintergarten sich durchaus positiv auf die Energiebilanz eines
Hauses auswirken.
Umgekehrt kann der Wintergarten jedoch auch zum "Energiefresser" werden.
Mängel bei der Planung können sich später in Überhitzung im Sommer oder in
zu tiefen Temperaturen im Winter auswirken. Und wer im Winter die Tür zum
Wintergarten wegen frostempfindlicher Pflanzen offen lässt oder den
Wintergarten gar heizt, braucht sich über hohe Heizkosten nicht wundern.
Eine wesentliche Voraussetzung ist, sich zunächst über die Nutzungsweise
des Wintergartens klar zu werden. Betrachtet man den Wintergarten als
ganzjährig genutzten Wohnraum, so wird er zwangsläufig zum
Energieverschwender. Wird der Wintergarten beheizt, benötigt er mehr
Energie, als durch ihn gewonnen werden kann. Sieht man hingegen den
Wintergarten als Pufferraum, in dem man sich an sonnigen Tagen, wenn es
draußen zu kühl ist, aufhält, kann er zur Energieeinsparung beitragen.
Richtige Wintergartenplanung
Um die Sonneneinstrahlung maximal nutzen zu können, sollte ein
Wintergarten grundsätzlich nach Süden bzw. Südwesten ausgerichtet sein und
im Idealfall über 2 Stockwerke reichen. Ein wichtiger Faktor ist bei einem
Wintergarten natürlich die Verglasung. Eine Wärmeschutzverglasung mit
möglichst niedrigem U-Wert (1,1 oder 0,9 W/m²K) ist empfehlenswert.
Schrägverglasungen und Westorientierung sollten eher vermieden werden, hier
kommt es ohne Verschattung leicht zu sommerlicher Überhitzung. Etwa 10 bis
20 % der Glasfläche sollten Sie für den Sommer als Lüftungsöffnungen
vorsehen. Ideal sind eine Querlüftung und Belüftungsöffnungen ganz oben und
ganz unten.
Bei der Auswahl der Pflanzen sollte darauf geachtet werden, dass diese
auch leichte Frosttemperaturen überstehen.
Auch im Fall des Wintergartens gilt: ein guter Wärmeschutz ist die
wichtigste Voraussetzung für die Nutzung der Sonnenenergie. Vernachlässigen
Sie daher nicht die Wärmedämmung der Außenwand zwischen Wohnung und
Wintergarten. Da der Wintergarten grundsätzlich als unbeheizter Raum gilt,
muss er gänzlich vom Wohnraum getrennt und die an den Wintergarten
anschließende Gebäudeaußenwand genauso wie alle anderen Außenwände
wärmegedämmt ausgeführt sein. Schwere Baustoffe (z.B. Ziegel, Steine, Beton)
im Wintergarten sollen die Temperaturschwankungen ausgleichen, Wärme
zeitversetzt abgeben und Überhitzungen vermeiden.
Passive Sonnenenergienutzung
Die Art der passiven Sonnenenergienutzung kann vom einfachen Fenster, das
optimal nach Süden ausgerichtet ist, bis zum Wintergarten reichen. Um ein
Fenster zu einem guten passiven "Sonnenkollektor" zu machen, müssen die
folgenden Voraussetzungen eingehalten werden:
- Südorientierung der Fensterflächen
- Wärmeschutzverglasung
- Geringste Verschattung (Pflanzen, Balkone, Nachbarbebauung)
- Möglichst geringe Scheibenverschmutzung
- Keine zugezogenen Gardinen
- Flink regelbares Heizungssystem
- Ausreichende Speichermasse im Raum
- Kein übermäßiges Weglüften der Sonneneinstrahlung in der
Übergangsjahreszeit
Wichtig ist dabei auch, dass für entsprechende Beschattungseinrichtungen
gesorgt wird, um eine Überhitzung im Sommer zu vermeiden.
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