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Die
Riesenwellen
26.
Dezember 2004
Zuerst sind sie völlig lautlos,
dann ist es schon zu spät. Ein Dröhnen wie das Geräusch eines
näher kommenden Flugzeuges schwingt bedrohlich durch die Luft und tosende Wassermassen aus riesigen Wellen
greifen nach allem was sich ihnen in den
Weg stellt. Bäume knicken ein, Menschen versuchen sich schreiend vor den
Fluten in Sicherheit zu bringen, andere verschwinden in den Wogen.
Wir starren paralysiert auf die Flut. In den Häusern knallt es wie durch explodierende Handgranaten, Scheiben und
Türen zerbersten durch die Druckwelle, das Wasser schießt die Treppen
hinauf, Mauern stürzen ein. Schließlich hat sich der Tsunami ausgetobt und nimmt alles was nicht
niet- und nagelfest ist mit ins Meer zurück. Wir bringen uns in "Sicherheit" und
werden evakuiert. Die Einheimischen, am schlimmsten betroffen von der
Katastrophe, helfen selbstlos den Touristen wo und wie Sie können. Die
Rückholaktion des AA ist Beispielhaft. Welch ein Glück zu leben, welch ein
Glück deutscher
Staatsbürger zu sein. Nicht alle sind aus dem "Urlaub" zurückgekehrt.
Ehrfurcht und Demut begleiten uns.
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Tsunami ist japanisch und bedeutet
wörtlich übersetzt die "lange Hafenwelle". Während ihrer
Arbeit auf hoher See hatten Fischer meist keine größeren
Wellen bemerkt, doch bei Ihrer Rückkehr in den Heimathafen
fanden sie ihre Dörfer und Felder von Riesenwellen verwüstet
vor.
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Vor allem Küstenbewohner fürchten die
Tsunamis, da sie häufig zur totalen Zerstörung tiefliegender
Gebiete führen. Allein in diesem Jahrhundert sind schon
Zehntausende von Menschen in den Riesenwellen umgekommen.
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Lange Zeit wurden Tsunamis
irrtümlicherweise für Flutwellen gehalten. Heute weiß man,
dass ihre Entstehung nichts mit dem tageszeitlichen Wechsel
von Ebbe und Flut zu tun hat, sondern vielmehr Seebeben oder
Vulkanausbrüche die Hauptursache sind.
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Die bislang größte Katastrophe ereignet
sich 1883 bei der Explosion des Vulkans Krakatau in
Indonesien. Fast 36.000 Menschen starben im Umkreis von 80
Kilometern rund um den Krakatau in den bis zu 40 Meter hohen
Meereswellen, 295 Orte wurden im Verlauf der Katastrophe
vollständig zerstört.
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Besonders bedroht von diesen
Katastrophenereignissen ist der Stille Ozean, weil entlang
des pazifischen Feuerrings tsunamiauslösende Ereignisse wie
Erdbeben vermehrt auftreten. Ozeanweite Tsunamis, die große
Teile des Raums bedrohen, sind aber äußerst selten.
Lediglich alle zehn bis zwölf Jahre treten sie
durchschnittlich auf.
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In den geologisch weniger aktiven Ozeanen
wie Atlantik, Indischer Ozean oder Mittelmeer sind
schwerwiegende Tsunamis aber wesentlich seltener.
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Die Wellenlängen der Tsunamis auf dem
offenen Meer ist weitaus riesiger als bei "normalen" Wellen.
100 bis 300 Kilometer, im Extremfall sogar 500 Kilometer
liegen zwischen den einzelnen Wellenkämmen. Mehr als 10.000
Kilometer können diese so zurücklegen, bevor sie ihrer
zerstörerische Kraft an der Küste zeigen.
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Mehr als 50.000 Menschen sind allein in
den letzten 100 Jahren während der verschiedenen
Tsunamikatastrophen in den brodelnden Wassermassen der
Wellen ertrunken, ganze Küstenstriche wurden verwüstet,
Schiffe mitsamt der Besatzung an Land geworfen, Gebäude
zerstört und Ernten vernichtet. Auch starke Erosionsschäden
werden immer wieder nach Tsunamis beobachtet.
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Mithilfe eines Messnetzes im Pazifik
registrieren Wissenschaftler heute jede seismische
Aktivität. Zusätzlich werden Daten zur Meeresbewegung durch
Bojen und über Satellit in die Tsunami-Überwachungszentren
geliefert. Doch nicht alle Vorhersagen des Pacific Tsunami
Warning Centers in den letzten 50 Jahren waren begründet.
Bei insgesamt 20 Warnungen des PTWC gab es immerhin 15
Fehlalarme.
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