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Wissenschaft

 

Die Neigung der Erde und das Klima

Vor 125 000 Jahren war es hierzulande rund zwei Grad wärmer als heute. Der Grund: die etwas andere Erdneigung. Neue Forschungen mit Klima-Simulationsprogrammen und der Untersuchung von Pflanzenfossilien bestätigen den enormen Einfluß, den Umlaufbahn und Neigung der Erde auf das Klima hätten, berichten Forscher der Universität Bonn. Diese Schwankungen seien unabhängig vom menschengemachten Treibhauseffekt, der nach der Überzeugung der meisten Klimaforscher heute die Temperaturen nach oben treibt, betonte der Bonner Paläobotaniker Thomas Litt.

Die Sonneneinstrahlung ist während der Warmzeiten in hohen Breiten stärker als sonst. Frank Kaspar vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg und Ulrich Cubasch von der Freien Universität Berlin gaben die Erddaten der Warmzeit in einen Klimarechner ein. Litt untersuchte Fossil-Lagerstätten, weil sich über die Nachbarschaft von Pflanzen Schlüsse auf das Klima ziehen lassen. Beide Methoden kamen zum selben Ergebnis: "Nördlich der Alpen war es im Sommer ein bis zwei Grad wärmer als heute." Mit derartigen Vergleichen ließen sich Klimamodelle an tatsächlichen Daten der Vergangenheit testen, betonte Litt.

dpa

erschienen am 3. August 2005