Bei der Klimaänderung spielen natürliche
Faktoren nach Angaben von Wissenschaftlern eine größere Rolle als bisher
bekannt. Steigende Temperaturen seien zwar eindeutig auf Einflüsse des
Menschen auf die Umwelt zurückzuführen, sagte Martin Claußen vom
Potsdam-Institut für Klimafolgen-Forschung (PIK).
Doch die natürliche Klimavariabilität sei
vermutlich entschieden größer als bisher angenommen. Es gebe eine
Vielzahl von Faktoren, deren Auswirkungen noch nicht bekannt seien,
erklärte Claußen zum Abschluss der 6. Deutschen Klimatagung in Potsdam.
Ein in diesem Zusammenhang besonders interessantes Phänomen, das für das
Auf und Ab der Temperaturen in der Arktis und in den mittleren Breiten
verantwortlich ist, heißt "Arktische Oszillation".
Wenn nun schwankende Sonneneinstrahlung,
Vulkanaerosole - die das Sonnenlicht abblocken - oder Treibhausgase und
Ozonänderungen auf die Atmosphäre einwirken, ändert sich das
Schwingungsmuster der arktischen Oszillation.
Dabei sei es schwierig, die Einflüsse des
Menschen von natürlichen zu unterscheiden, erläuterte Klaus Dethloff vom
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI).
"Modellsimulationen haben den Verdacht jedoch erhärtet, das erhöhte
Treibhausgaskonzentrationen und stratosphärische
Ozonänderungen das Auf und Ab der arktischen Oszillation verstärken
können."
Nach Angaben von Friedrich-Wilhelm
Gerstengarbe (PIK) werden rund um den Globus an 5000 Stellen Klimadaten
erfasst. Es gebe aber erheblich regionale Lücken. Während in Afrika 192
Stationen arbeiten, seien es allein in Deutschland 200. Auch aus
Krisengebieten wie jetzt Irak, seien keine Daten zu bekommen. Die 7.
Klimatagung findet 2006 in München statt.